Steuererklärung

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Die Steuererklärung
Das Werkzeug des Teufels (und etwas Geld)

Zweck Nachweis, dass man arm ist
Schwierigkeitsgrad "Dark Souls" für Buchhalter
Dauer 3 Wochen (plus 2 Jahre Warten auf Antwort)
Gewinner Immer das Finanzamt

Die Steuererklärung (amtlich: Einkommensteuererklärung, umgangssprachlich: Der jährliche Nervenzusammenbruch) ist ein ritueller Vorgang in Deutschland, bei dem der Bürger versucht, dem Staat zu beweisen, dass er eigentlich gar kein Geld hat, während der Staat versucht zu beweisen, dass der Bürger in Goldbarren schwimmt.[1]

Ziel des Spiels

Ziel ist es, das sogenannte "Zu versteuernde Einkommen" so weit kleinzurechnen, bis das Finanzamt Mitleid bekommt. Dies erreicht man durch das Sammeln von Zetteln, Quittungen und Fahrkarten, die man in einem Schuhkarton aufbewahrt (siehe Schuhkarton-Prinzip). Am Ende gewinnt immer die Bank (der Staat), außer man heißt "Großkonzern" und hat einen Briefkasten auf den Cayman Islands.

ELSTER

Früher war die Steuererklärung ein Papierkrieg. Heute gibt es **ELSTER** ("Elektronische Steuererklärung"). Das ist ein Akronym für:

  • **E**ndlose
  • **L**eiden
  • **S**tatt
  • **T**atsächlicher
  • **E**rstattung
  • **R**ückzahlung

ELSTER ist eine Software, die so benutzerfreundlich ist wie ein Kaktus im Schlafsack. Sie verlangt Passwörter, Zertifikatsdateien und PINs, die man garantiert vergessen hat, sobald man sie einmal eingegeben hat.

Werbungskosten

Der wichtigste Teil der Steuererklärung. Hier versucht der Bürger, private Ausgaben als "beruflich notwendig" zu tarnen.

  • **Der neue Gaming-PC:** Wird als "Workstation für Homeoffice" deklariert.
  • **Der Kaffee:** "Betriebsstoff zur Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen."
  • **Der Hund:** "Wachpersonal für das häusliche Arbeitszimmer."

Das Finanzamt antwortet meist mit einem standardisierten Brief: "Netter Versuch. Zahlen Sie bitte sofort 500 Euro nach."

Der Steuerberater

Der Steuerberater ist der Hohepriester dieses Kults. Er spricht eine Sprache, die kein normaler Mensch versteht ("Mantelbogen", "Anlage KAP", "außergewöhnliche Belastung"). Man bezahlt ihn mit dem Geld, das man eigentlich vom Finanzamt zurückhaben wollte, damit er ausrechnet, dass man nichts zurückbekommt.

Einzelnachweise

  1. Finanzamt Musterstadt: Warum wir dein Geld mehr lieben als du. Broschüre, 2023.